Das Kleine ABC des Maler- und Lackierhandwerks



A

 

Abbeizen

Vor einem neuen Anstrich wird alte Farbe oft mit einem speziellen Mittel, mit Schleifpapier oder einer Heißluftpistole entfernt. Diesen Arbeitsschritt nennt man Abbeizen.

 

Abblättern

Ablösen von Anstrichteilen vom Untergrund, ausgelöst meist durch Hinterfeuchtung oder zu spannungsreiche Beschichtungen.

 

Acrylharzlack

Siehe Kunstharzlacke. Acryllack

Umweltschonender, wasserhaltiger Lack, vergilbungsfrei, glanzstabil, arm an Schadstoffen und gut zu verarbeiten. Acryllack-Farbtöne sind untereinander mischbar. Acryllack trocknet schnell und eignet sich für Holzflächen im und am Haus. Die mechanische Beständigkeit von Acryllacken ist schlechter als die von Kunstharzlacken. Aromatenfrei

Kunstharzlacke, die aromatenfrei sind, enthalten zwar Lösemittel, riechen aber weitaus weniger stark als herkömmliche Kunstharzlacke.

 

B

 

Bindemittel

Neben Pigmenten, Farbstoffen und Lösemitteln sind Bindemittel die wichtigste Komponente in Farben. Bindemittel halten die Pigmentteilchen zusammen und binden sie an den Untergrund. Je nach Bindemittel unterscheidet man Öllacke, Reaktionslacke, Naturharzlacke, Kunstharzlacke, Dispersionsfarben und andere Lacke und Anstrichfarben.

 

C

 

Chemikalienbeständigkeit

Ein Anstrich ist chemikalienbeständig, wenn er unempfindlich gegenüber der Einwirkung von Chemikalien ist, z.B. saurer Regen oder Putzlauge.

 

D

 

Dekorputz

Dekorputz oder Edelputz ist einfacher zu verarbeiten als herkömmlicher Putz und kann mit farbigen Komponenten angereichert werden. Dekorputze sind in der Regel für den Innen- und Außenbereich einsetzbar. Es gibt Dekorputze in Form von Kunstharzputz und Mineralputz.

 

Dispersionsfarbe

Die Bezeichnung „Dispersionsfarbe" kommt vom lateinischen Wort „dispergere" = zerteilen, zerstreuen. Tatsächlich sind in einer Dispersionsfarbe Polymerpartikel in einer Flüssigkeit (meist Wasser) zerstreut, aber nicht aufgelöst. Nach dem Anstrich verdunstet das Wasser und zurück bleibt ein in sich geschlossener Kunststoff-Film. Ob Putz, Mauerwerk, Beton, Leichtbauplatten, Holz, Pappe, Tapete oder Textilien – Dispersionsfarben sind auf nahezu jedem Untergrund einsetzbar. Zumindest in Verbindung mit entsprechenden Grundanstrichen. Auch Buntstein- und Kunstharzputze basieren auf Dispersionsfarben.

 

Durchschlagen

Wenn Teile einer unteren Farbschicht z. B. Flecken (z.B. Nikotin oder Wasser) sichtbar werden, nennt man das Durchschlagen. Um böse Überraschungen zu vermeiden, sollte man daher immer die richtige Grundbeschichtung oder sogar eine Isolierfarbe verwenden.

 

E

 

Edelputz

siehe Dekorputz. Emissions- und lösemittelfrei

Wandfarben, die als emission- und lösemittelfrei (E.L.F.) bezeichnet werden, setzen sowohl beim Verarbeiten als auch beim Trocknen lediglich Wasser frei.

 

F

 

Feuchtraumfarbe

Dispersionsfarbe, die mit Wirkstoffen gegen Schimmel-Bildung ausgerüstet ist. Gut geeignet für alle Räume, in denen mit erhöhtem Feuchtigkeitsanfall zu rechnen ist.

 

G

 

Glättetechnik

Bei der Glättetechnik wird eine Glattspachtelmasse mit Glättspan, Spachtelmessern und ähnlichem auf die Wand aufgetragen - es entsteht ein fugenloser Belag. Putzuntergrund ist die geeignete Unterlage für die Applikation der ersten Spachtelschicht. Weitere auf- und nebeneinander gelegte Spachtelschichten ergeben eine porzellanglatte Fläche. Oft werden die verschiedenen Schichten in unterschiedlichen Farbtönen ausgeführt, damit sich mit einem Blick erkennen lässt, an welcher Schicht gearbeitet wird. Auch Beläge mit leichter Struktur und stehen bleibenden Graten zählen zur Glättetechnik. Zur Erhöhung der Oberflächenglätte werden die Deckschichten oft abschließend mit Wachsen eingerieben und auf Glanz poliert.

 

Grundbeschichtung

Oft auch als Grundierung bezeichnet. Grundbeschichtungen haben die Aufgabe, allzu stark saugende Untergründe abzudichten. Sie wirken darüber hinaus haftvermittelnd für die nachfolgend aufgebrachten Beschichtungen. Grundbeschichtungen können auch tief in den Untergrund eindringen und diesen verfestigen. Bei der Wahl des jeweils geeigneten Grundbeschichtungsstoffes sind die Empfehlungen der Hersteller zu beachten.

 

H

 

Haftvermögen

Mit dem Begriff Haftvermögen beschreibt man, wie gut eine Farbe auf einer Oberfläche haftet. Das Haftungsvermögen ist eine der wichtigsten Eigenschaften jeder Farbe.

 

I

 

Isolierfarbe

Es gibt Bestandteile in Untergründen, die durch einen aufgebrachten Anstrich durchschlagen können. Dies sind beispielsweise eingetrocknete Wasserflecken, Nikotin und Ruß. Deswegen müssen solche Untergründe zunächst mit einer Isolierfarbe beschichtet werden, damit sich der frisch aufgetragene Anstrich nicht nachträglich verfärbt.

 

K

 

Kalkfarbe

Kalkfarbe ist eine wässrige Aufschäumung von gelöschtem Kalk, der gegebenenfalls Pigmente und/oder geringe Mengen Leim oder andere Bindemittel beigefügt sind. Der gelöschte Kalk ist gleichzeitig Bindemittel und Pigment, da er eine weiße, feste Schicht bildet. Eine Kalkfarbe lässt sich nur begrenzt abtönen, da die Kalkschlämme nur etwa fünf Prozent Buntpigment-Zusätze zu binden vermögen. Auf frischen Putzflächen erreichen Kalkfarben-Anstriche hohe Festigkeit, wirken Pilz-hemmend und lassen Wasserdampf-Austausch zwischen Luft und Untergrund zu. Kalkfarben-Anstriche zersetzen sich in saurer Atmosphäre und sind deshalb im Bereich industrieller Abgase nicht zu empfehlen.

 

Kalte Farben

Farben mit einem hohen Blauanteil nennt man kalte Farben.

 

Kunstharzlack

Kunstharzlack oder Acrylharzlacke sind lösemittelhaltig, ergeben strapazierfähige Oberflächen in den jeweils gewünschten Glanzgraden und lassen sich nach der jeweiligen Hersteller-Empfehlung auf vielen Untergründen auftragen – zumeist werden sie auf Metall, Holz oder Kunststoff eingesetzt, um hier mechanisch hoch strapazierfähige Oberflächen zu erzielen.

 

Kunstharzputz

Kunstharzputz ist eine mit Quarz und weiteren mineralischen Bestandteilen aufgefüllte Dispersionsfarbe. Es gibt Kunstharzputze mit unterschiedlichen Strukturen und Körnungen. Sie lassen sich leicht auftragen und haften fest am Untergrund. Verschmutzte Kunstharzputze können mit hochwertigen Dispersionsfarben neu beschichtet werden.

 

L

 

Lasur

Lasuren sind durchsichtige bis halbdeckende Anstriche, die Holz und mineralische Untergründe vor Umwelt- und Witterungseinflüssen schützen. Die Struktur des Holzes bleibt sichtbar, da dünne Lasuren die Oberfläche nicht überdecken, sondern in das Holz eindringen. Es gibt lösemittelhaltige Lasuren für den Außenbereich und lösemittelfreie Lasuren für Innenräume.

 

Latexfarben

Latexfarben sind im allgemeinen scheuerbeständig, damit gut reinigungsfähig und hoch strapazierbar. Sie können auf allen Untergründen verwendet werden, auf denen auch Dispersionsfarben eingesetzt werden können.

 

Lösemittel

Lösemittel (auch Lösungsmittel genannt) beeinflussen die Beschaffenheit der Farbe und sind entscheidend für den Trocknungsprozess. Besonders umweltverträglich und gesundheitsschonend sind lösemittelfreie Farben, bei den Farbpigmente und übrige Bestandteile in Wasser gelöst sind

 

M

 

Mineralfarbe

Mineralfarben-Anstriche werden mit mineralischen Anstrichstoffen ausgeführt, also Zement-, Silikon- oder Kalkfarben. Die Trocknung beruht auf einer chemischen Reaktion.

Mineralputz

Mineralputze werden genauso wie Mineralfarben eingesetzt, erzeugen aber strukturierte Oberflächen in der jeweils gewünschten Kornstärke.

S

Schimmel

Bauphysikalische Mängel und falsches Lüftungsverhalten sind die Hauptursachen für Schimmelpilze. Sie können überall auftreten, wo die Luft feucht ist und nicht genügend zirkuliert. Die schwarzbraunen Schimmelflecken sehen nicht nur hässlich aus, sie sind auch gesundheitlich bedenklich, da sie zum Beispiel Allergien auslösen. Zur Vorsorge gegen Schimmelbildung können besonders gefährdete Wände mit spezieller Feuchtraumfarbe bestrichen werden. Am sinnvollsten ist es aber, die Ursachen der Raumfeuchtigkeit wie Risse im Außenputz oder falsches Nutzungsverhalten von vornherein zu beseitigen.

 

Schimmelputzfarbe

Siehe Feuchtraumfarbe.

 

Strukturputz

Um einer Hauswand mehr Charakter zu geben, wird Strukturputz auf den Grundputz aufgetragen. Jeder Strukturputz wird nach seinem Auftrag und nach seiner Abbindung mit einem Reibebrett bearbeitet. Dadurch erhält er seine gleichmäßige Oberfläche und Dicke, die unterschiedlich gestaltet werden kann. Der Profi kann, um unterschiedliche Strukturen zu erzeugen, verschiedenen Putztechniken anwenden (kreisende, senkrechte, waagrechte Handbewegung).

 

Stupftechnik

So nennt man das Auftragen von Anstrichstoffen in Form von Stupfen zur dekorativen Flächenbelebung. Werkzeuge sind Stupfbürsten oder Stupfschwämme.

 

U

 

Untergrundvorbereitung

Damit Putz und Farbe halten, muss je nach Wandbeschaffenheit und vorigem Anstrich die richtige Untergrundvorbereitung vorgenommen werden. Fast alle Materialien sollte man zunächst gründlich reinigen. Tapeten werden komplett abgerissen. Unebenheiten, Macken und Löcher müssen unter Umständen mit Ausgleichsmörtel ausgebessert werden. Damit Dispersionsfarben und Imprägnierungen den neuen Anstrich besser tragen, raut man sie auf. Egal auf welchem Untergrund; fast immer ist es ratsam, bei Außenanstrichen sogar unabdingbar, eine Grundbeschichtung (auch Grundierung genannt) aufzutragen.

 

W

 

Warme Farben

Rot-, Orange- und dunkle Gelbtöne zählen zu den warmen Farben.

 

Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS)

Mit Wärmedämm-Verbundsystemen kann bis zu 25 Prozent Heizenergie eingespart werden. Die Systeme bestehen aus mehreren Komponenten: Zunächst werden Dämmplatten aus Hartschaum oder Mineralwolle auf die Fassade geklebt und gegebenenfalls zusätzlich verdübelt. Es folgt eine Armierungsschicht, in der ein Glasgewebe eingebettet ist sowie eine Endbeschichtung mit Silikat-, Siliconharz-, Mineral- oder Kunstharzputzen. Ein passendes WDVS auf eine Fassade zu montieren ist eine schwierige Aufgabe, die am besten von Fachleuten gelöst wird.

 

WDVS

Siehe Wärmedämm-Verbundsystem.

 

Wickeltechnik

Ein in das Anstrichmittel getauchter kleiner Putzlappen wird ausgewrungen und zu einer lockeren, faltigen Rolle geformt, die man mit beiden Händen über die zu wickelnde Fläche rollt. Die Abdrücke der Falten des Lappens ergeben ein quer zur Rollrichtung liegendes Muster. Wie beim Walzen mit dem Musterroller verwendet man zum Wickeln einen dunkleren, helleren, oder sonst wie zum einfarbig- gestrichenen Untergrund kontrastierenden Farbton. Wird etwa eine weiße Wandfläche zunächst mit stumpfem Rot und dann mit Hellgrau gewickelt, ergibt sich ein dreifarbig dekorativer Effekt.

 

Wischtechnik

Im Gegensatz zur Wickeltechnik können mit der Wischtechnik weiche, organische Oberflächen geschaffen werden. Mit einem feuchtem Pinsel oder Schwamm wird die aufgetragene Farbe verwischt, so dass Muster und Strukturen entstehen. Besonders weiche Farbverläufe erzielt man, wenn man nass in nass arbeitet, also die Farbe vom vergangen Farbauftrag nicht trocknen lässt.